Meistertitel, Spezialisierung oder Trainerlaufbahn: An der Deutschen Friseurakademie in Neu-Ulm führen mehrere Wege weiter. Diese Übersicht zeigt, welcher Abschluss was verlangt – und für wen er sich lohnt.
Der Meistertitel
Der Meisterbrief ist im Friseurhandwerk die Voraussetzung dafür, einen eigenen Betrieb zu führen und auszubilden. Die Meisterprüfung besteht aus vier Teilen, die sich einzeln buchen lassen: Fachpraxis, Fachtheorie, Betriebswirtschaft und Berufs- sowie Arbeitspädagogik.
- Friseurmeister – Teile I bis IV, in Vollzeit oder berufsbegleitend am Wochenende.
- Kosmetikmeister – berufsbegleitend an Wochenenden, alle vier Teile oder einzelne Blöcke.
Die Teile III und IV gelten in mehreren Handwerksberufen. Wer sie einmal abgelegt hat, muss sie nicht wiederholen.
Die Spezialisierungen mit HWK-Abschluss
Nicht jeder will einen eigenen Salon. Wer sich fachlich vertiefen und vom Preissegment abheben möchte, kommt über eine Spezialisierung schneller ans Ziel als über den Meisterbrief. Alle drei schließen mit einer Prüfung vor der Handwerkskammer ab.
Farblehre, Rezepturen, mehrdimensionale Farbe, Blond und Herrenfarbe – dazu die Beratung, die teure Korrekturen verhindert. Blockunterricht mit ergänzenden Online-Einheiten. Voraussetzung ist die abgeschlossene Gesellenprüfung im Friseurhandwerk.
Typ- und Farbanalyse, Make-up für Kamera und Tageslicht, Haltbarkeit über viele Stunden. Berufsbegleitend an Wochenenden. Zugang über eine abgeschlossene Ausbildung im Friseur- oder Kosmetikhandwerk oder mehrjährige einschlägige Berufserfahrung.
Haarersatz ist ein beratungsintensiver Markt mit wenig Wettbewerb: rechtliche Vorgaben, Materialkunde, Befestigung, Anpassung und der Umgang mit Menschen in belastenden Situationen. Wochenend-Module, Voraussetzung ist die Gesellenprüfung im Friseurhandwerk.
Die Trainerlaufbahn
Für alle, die ihr Können weitergeben wollen – auf der Bühne, im Team oder als freier Trainer. On-Stage-Coaching, Präsentation und Marketing, Eventtechnik und praktische Trainertätigkeit vor Publikum. Neun Wochenenden über sechs Monate plus Online-Einheiten.
Wenn das ganze Team weiterkommen soll
Nicht jede Weiterbildung muss in Neu-Ulm stattfinden. Bei einer Salonschulung kommt ein Trainer direkt in deinen Salon – Schwerpunkt nach Wahl, das ganze Team lernt gemeinsam, niemand fällt für Anreise aus.
Wer einzelne Techniken auffrischen oder ausprobieren möchte, ist bei den Tagesseminaren richtig: einzelne Themen, einzelne Tage, ohne Prüfung.
Was kostet das – und wer zahlt mit?
Fast alle Abschlüsse auf dieser Seite sind über das Aufstiegs-BAföG förderfähig: 50 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss, bei bestandener Prüfung wird ein weiterer Teil erlassen. Dazu kommt in Bayern und Baden-Württemberg der Meisterbonus.
Wie das zusammenspielt und was am Ende übrig bleibt, steht ausführlich unter Förderung und Kosten – inklusive Beispielrechnung.
Welcher Weg passt zu dir?
Die ehrliche Antwort: Das hängt davon ab, wo du stehst und wohin du willst. Wer gründen möchte, braucht den Meisterbrief. Wer im Salon mehr verdienen will, kommt über eine Spezialisierung oft schneller dorthin. Wer beides offenhalten will, beginnt mit den Teilen III und IV.
Wir gehen das mit dir durch – kostenlos und unverbindlich. Starte deine Analyse, es dauert zwei Minuten.
Alle Weiterbildungen im Überblick
- Zum Meisterkurs Friseur (HWK) – Teile I bis IV, in Vollzeit oder berufsbegleitend am Wochenende.
- Zum Meisterkurs Kosmetik (HWK) – alle vier Teile oder einzelne Blöcke, berufsbegleitend.
- Zur Weiterbildung Colorist (HWK) – Farblehre, Blondierung, mehrdimensionale Farbe, Herrenfarbe und Beratung.
- Zur Weiterbildung Visagist & Make-up Artist (HWK) – berufsbegleitend an Wochenenden, mit Online-Einheiten.
- Zur Fachkraft für Zweithaar (HWK) – rechtliche Vorgaben, Materialkunde, Befestigung, Beratung und Marketing.
- Zur Weiterbildung Friseurtrainer (HWK) – On-Stage-Coaching, Präsentation und Eventtechnik.
Umfang, Kosten und Förderung im Vergleich
Alle sechs Weiterbildungen schließen mit einem Abschluss der Handwerkskammer ab und sind über das Aufstiegs-BAföG förderfähig. Wie sich die Förderung zusammensetzt, steht auf der Seite Förderung & Kosten.
| Weiterbildung | Umfang | Lehrgangsgebühr | Mögliche Förderung |
| Friseurmeister (HWK) | Teile I–IV. Vollzeit ca. 3 Monate, Teilzeit Teile I+II ca. 7 Monate und Teile III+IV ca. 2 Monate | 9.990 € (I–IV), 7.200 € (I–II), 5.140 € (III–IV) | 4.745 € BAföG-Zuschuss, 2.372,50 € KfW-Erlass, 3.000 € Meisterbonus Bayern |
| Kosmetikmeister (HWK) | Wochenend-Meisterkurs, Teile I–IV oder einzelne Blöcke | 9.990 € (I–IV), 7.200 € (I–II), 5.140 € (III–IV) | 4.745 € BAföG-Zuschuss, 2.372,50 € KfW-Erlass, 3.000 € Meisterbonus Bayern |
| Colorist (HWK) | 4 × eine Woche Montag bis Freitag, dazu 10 Unterrichtseinheiten im virtuellen Klassenzimmer | 4.790 € | bis 3.405 € |
| Visagist / Make-up Artist (HWK) | 10 Wochenenden Sonntag und Montag, dazu 10 Unterrichtseinheiten virtuell | 4.990 € | bis 3.555 € |
| Fachkraft für Zweithaar (HWK) | 10 Wochenenden Sonntag und Montag in Präsenz | 5.990 € inkl. Materialpaket im Wert von 2.500 € | auf Anfrage |
| Friseurtrainer (HWK) | 9 Wochenenden über 6 Monate, dazu 10 Unterrichtseinheiten per Zoom | 4.790 € | bis 3.405 € |
Alle Preise verstehen sich inklusive Unterlagen und Arbeitsmaterialien. In den Spezialisierungskursen ist ein Materialanteil von 250 € enthalten, der nicht BAföG-förderfähig ist. Die Prüfungsgebühren erhebt die Handwerkskammer Ulm direkt; sie sind in der Kursgebühr nicht enthalten.
Welcher Weg passt zu wem?
Frisch ausgelernt
Nach der Gesellenprüfung ist der Meisterkurs nicht zwingend der erste Schritt. Wer erst Sicherheit im Salon aufbauen will, fährt mit einer Spezialisierung wie Colorist oder Visagist oft besser – sie ist kürzer, günstiger und zahlt sich schneller im Umsatz aus. Wie es unmittelbar nach der Prüfung weitergeht, steht im Beitrag Gesellenprüfung Friseur.
Mehrere Jahre im Salon
Wer den Beruf sicher beherrscht und mehr Verantwortung will, kommt am Meistertitel kaum vorbei: er ist Voraussetzung für das Ausbilden, für die Salonleitung und in den meisten Fällen für die Selbstständigkeit. Was der Abschluss praktisch bringt, erklärt der Beitrag Was bringt ein HWK-Abschluss?.
Selbstständigkeit geplant
Neben dem Meistertitel zählt hier vor allem Kaufmännisches. Die Beiträge Mein Weg zur Salongründung und Preise kalkulieren im Friseursalon zeigen, woran es in der Praxis meist scheitert.
Spezialisierung gesucht
Zweithaar ist der Bereich mit der größten ungedeckten Nachfrage und einer eigenen Abrechnungslogik über die Krankenkassen – mehr dazu im Beitrag Zweithaar: die Spezialisierung mit Zukunft. Wer lieber unterrichtet und auf der Bühne steht, findet den passenden Weg im Friseurtrainer.
Häufige Fragen
Brauche ich den Meistertitel, um einen Salon zu eröffnen?
In der Regel ja. Das Friseurhandwerk ist zulassungspflichtig; die Selbstständigkeit setzt einen Meistertitel oder eine gleichwertige Qualifikation voraus. Ausnahmen gibt es, sie sind aber die Ausnahme – im Zweifel bei der zuständigen Handwerkskammer nachfragen.
Sind die Weiterbildungen förderfähig?
Alle sechs schließen mit einem HWK-Abschluss ab und sind damit grundsätzlich über das Aufstiegs-BAföG förderfähig. Bei den Meisterkursen kommt in Bayern der Meisterbonus nach bestandener Prüfung hinzu. Die Details stehen auf der Seite Förderung & Kosten.
Kann ich berufsbegleitend lernen?
Ja. Die meisten Weiterbildungen laufen an Wochenenden, meist Sonntag und Montag, teilweise mit Online-Einheiten. Der Meisterkurs Friseur ist zusätzlich in Vollzeit buchbar.
Wo finden die Kurse statt?
Auf dem dfa Friseurcampus in Neu-Ulm, Dieselstraße 4. Übernachtung ist direkt vor Ort möglich.
Noch unsicher?
Wir beraten kostenlos und unverbindlich – telefonisch unter 0731 3784657-10, per E-Mail an beratung@deutsche-friseur-akademie.de oder über das Beratungsformular.