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Salon & Business

Einheitliche Arbeitskleidung im Salon: Pflichtprogramm oder Markenstatement?

Uniform, Farbwelt oder nur ein gemeinsames Detail? Was für und gegen einheitliche Arbeitskleidung im Salon spricht, welche fünf Modelle es gibt und worauf ihr bei Beschaffung, Team-Beteiligung und Schutzkleidung achten solltet.

10.12.2026
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Illustration: Arbeitshemd, Salonschürze und Overshirt auf Bügeln neben einem Stapel gefalteter Textilien

Schwarzes Shirt, Logo auf der Brust, alle sehen gleich aus? Oder nur ein gemeinsamer Stil? Oder doch individuelle Outfits? Arbeitskleidung im Salon macht Teamgefühl, Professionalität und Markenidentität sichtbar. Die beste Lösung ist die, die drei Dinge zusammenbringt: Marke, Team und Individualität.

Denn ein moderner Salon darf beides zeigen: Wir gehören zusammen. Und wir sind nicht alle gleich. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob Arbeitskleidung sein muss, sondern wie viel Einheitlichkeit der Salon braucht und wie viel Individualität bleiben soll.

Was für einen gemeinsamen Look spricht

  • Klarer Markenauftritt. Ein gemeinsamer Look schafft ein geschlossenes Erscheinungsbild. Farben, Schnitte oder ein Logo können die Corporate Identity des Salons aufgreifen und ergänzen.
  • Professioneller Eindruck. Gepflegte und aufeinander abgestimmte Kleidung vermittelt Struktur. Das muss nicht formell bedeuten: Auch ein moderner, lässiger Look, der zum Stil des Salons passt, wirkt professionell.
  • Sichtbares Team. Durch einen gemeinsamen Look werden einzelne Mitarbeitende als Team erkennbar. In größeren Betrieben gibt die Salonkleidung Kundinnen und Kunden zusätzlich Orientierung.
  • Wiedererkennung. Kleidung kommuniziert auch die Positionierung. Schwarz und Weiß wirken anders als Naturtöne oder ein farbiger Akzent.

Was dagegen spricht

Individualität geht verloren. Friseurinnen und Friseure arbeiten in einem kreativen Beruf. Wenn persönliche Stilvorlieben bewusst zur eigenen Identität gehören, kann ein festgelegter Dresscode als Einschränkung empfunden werden.

Es entsteht organisatorischer Aufwand. Ein verbindlicher Dresscode braucht klare Regeln, und die sollten vorher feststehen:

  • Wer beschafft die Kleidung und wer bezahlt sie?
  • Wie viele Kleidungsstücke erhält jede Person?
  • Wer übernimmt Ersatz bei Verschleiß?
  • Was gilt für Auszubildende und Teilzeitkräfte?

Fünf Modelle zwischen Uniform und Freiheit

Zwischen kompletter Einheitskleidung und völliger Freiheit liegen mehrere Zwischenstufen. Welche passt, hängt weniger vom Budget ab als von der Positionierung des Salons.

1. Die komplette Uniform

Zum Beispiel schwarze Hose, schwarzes Shirt, Logo und Schürze. Maximale Einheitlichkeit und Wiedererkennbarkeit, besonders passend für Salons mit starkem Markenauftritt.

2. Die gemeinsame Farbwelt

Nicht die Kleidung wird vorgeschrieben, sondern die Farbpalette, etwa Schwarz, Weiß, Grau und Beige. Jede und jeder kombiniert selbst, der Salon wirkt trotzdem geschlossen.

3. Das Signature-Piece

Die Kleidung bleibt individuell, nur ein Element ist für alle verbindlich: Schürze, Overshirt, Weste oder Halstuch. Das gemeinsame Detail schafft den Teamlook mit dem geringsten Eingriff.

4. Der Dresscode

Er gibt nur den Rahmen vor, zum Beispiel gedeckte Farben, gepflegter Look, keine großen Fremdlogos. Innerhalb dieser Vorgaben entscheidet jede Person selbst.

5. Kleidung nach Funktion

Vor allem in größeren Salons können unterschiedliche Bereiche unterschiedliche Kleidung tragen, verbunden durch gemeinsame Farben. Die Rezeption tritt etwas formeller auf, das Styling moderner und individueller, das Color-Team trägt eine funktionale Schürze. Die Kleidung übernimmt dann gleichzeitig Orientierung und Markenkommunikation.

Das Team sollte mitentscheiden

Arbeitskleidung funktioniert nur, wenn sie im Alltag akzeptiert wird. Deshalb gehört das Team früh in die Entscheidung:

  • Welche Farben passen zum Salon?
  • Was ist bequem?
  • Welche Kleidungsstücke funktionieren bei der täglichen Arbeit?
  • Wie viel Individualität soll bleiben?

Eine Anprobe vor der Bestellung ist sinnvoll, ein Testlauf über einige Wochen noch sinnvoller. Wer das Team einbezieht, löst nebenbei ein Bindungsthema – warum sich das rechnet, zeigt unser Beitrag zur Mitarbeitergesundheit im Salon.

Was Arbeitskleidung können muss

Gut aussehen ist die eine Hälfte. Die andere entscheidet darüber, ob die Kleidung nach drei Monaten noch getragen wird. Drei Kriterien reichen als Maßstab:

  • Bequem: ausreichend Bewegungsfreiheit und angenehmer Tragekomfort, dazu verschiedene Schnitte, damit die Kleidung unterschiedlichen Körperformen gerecht wird.
  • Praktisch: geeignet für einen Arbeitstag mit Schneiden, Waschen, Föhnen und Farbe.
  • Pflegeleicht: waschbar, formstabil und möglichst unempfindlich gegenüber typischen Salonverschmutzungen.

Wichtig: Arbeitskleidung ist nicht automatisch Schutzkleidung

Einheitliche Berufskleidung ist eine Marken- und Teamentscheidung. Persönliche Schutzausrüstung ist etwas anderes: Für Tätigkeiten, bei denen sie erforderlich ist, gelten eigene Anforderungen, und diese Ausrüstung stellt der Betrieb. Die Berufsgenossenschaft BGW veröffentlicht dazu Merkblätter für das Friseurhandwerk. Im Zweifel gehört die Frage vor der Bestellung geklärt, nicht danach.

Häufige Fragen

Muss der Salon die Arbeitskleidung bezahlen?

Bei Schutzausrüstung ja, die stellt der Betrieb. Bei einheitlicher Berufskleidung gibt es keine pauschale Regel; entscheidend ist, was im Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung steht. Üblich ist, dass der Salon Kleidung mit Logo stellt, weil sie außerhalb der Arbeit nicht tragbar ist. Das ist keine Rechtsberatung – bei verbindlichen Vorgaben lohnt eine kurze arbeitsrechtliche Prüfung.

Wie viele Teile braucht eine Person?

Als Faustregel drei Oberteile pro Person, damit eines getragen, eines gewaschen und eines in Reserve ist. Bei Schürzen und Signature-Pieces reichen zwei.

Wie führe ich einen Dresscode ein, ohne das Team zu verlieren?

Nicht als Ansage, sondern als gemeinsame Entscheidung. Zwei oder drei Varianten zur Auswahl stellen, anprobieren lassen, ein paar Wochen testen. Wer mitentschieden hat, trägt die Kleidung auch an einem langen Samstag.

Passt Einheitskleidung überhaupt zu einem kreativen Beruf?

Sie muss nicht bis zur Uniform gehen. Farbwelt oder Signature-Piece erzeugen fast denselben Wiedererkennungseffekt und lassen persönlichen Stil zu. Wie stark euer Auftritt nach außen wirkt, hängt ohnehin weniger von der Kleidung ab als von der Konsistenz aller Signale – siehe unser Beitrag zu Social Media im Friseursalon.

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